Glasentsorgung

Wenn die Weinflasche leer ist

Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist heute wichtiger denn je. Getragen von dieser Erkenntnis hat die Stadt Dessau-Roßlau auf ihrem Territorium rund 150 Wertstoffcontainerstellplätze eingerichtet. Genutzt werden diese Plätze zum überwiegenden Teil von den Vertragspartnern der Dualen System Deutschland GmbH als Trägerin des grünen Punktes. Und auf fast allen Plätzen stehen Wertstoffcontainer für die Erfassung von Altglas, meist sind es drei, je einer für Weißglas, Braunglas und Grünglas. Aber es gibt auch Plätze mit geringeren Aufkommen an farbigen Glas, hier findet sich dann ein in der Mitte geteilter Depotcontainer; eine Kammer nimmt die grünen Flaschen auf und die andere Kammer das Braunglas.

Jeder Bundesbürger hat auf diesem Weg im Jahr 2006 insgesamt 24,1 kg Altglas gesammelt und im bundesweiten Länderranking belegt Sachsen-Anhalt mit 25,5 kg den neunten Platz. Dank dieses Sammelergebnisses konnten in den deutschen Glashütten im letzten Jahr in der Weißglasproduktion 55,6 % Scherben eingesetzt werden, bei Grünglas waren es 63,3 % und bei Braunglas 40,2 %. Dieser Einsatz von Altglas durch die Behälterglashersteller bei insgesamt produzierten 17,2 Milliarden Flaschen und Gläser bedeutete eine geringere Inanspruchnahme der natürlichen Rohstoffe und eine erhebliche Energieeinsparung.

Nun sollte man denken, dass es bei einem so bekannten und von fast jedem genutzten Recyclingsystem keine Unklarheiten und Fragen gibt; doch weit gefehlt! Die Praxis zeigt es immer wieder.

Was gehört in die Altglascontainer?

In die Glascontainer gehört nur nach Farben sortiertes Hohlglas, z. B. – Wein-, Sekt-, Saft- oder Spirituosenflaschen – Marmeladen- und Honiggläser – Ketchup- und Essigglasflaschen – Konservengläser – Gläser und Flaschen von Cremes, Shampoos und anderen kosmetischen Erzeugnissen

Was gehört nicht in die Altglascontainer?

Auf keinen Fall gehört in die Container folgendes: – Glühlampen einschließlich Energiesparlampen – Leuchtstoffröhren – Steingut – Porzellan (Teller, Tassen usw.) – Fenster- und Flachglas – feuerfestes Glas – Kristall, Bleikristall – Spiegel – Glasbausteine – hochschmelzende Laborgläser wie Erlenmeyerkolben oder Reagenzgläser – Drahtglas



Dies alles – Spiegel, Glasgeschirr, Glühlampen und Laborgläser – gehören nicht in einen Glascontainer!


Farbiges Glas, beispielsweise blaue oder rote Flaschen gehören in den Grünglascontainer. Dies gilt auch für weißes (opalisierendes) Glas, zum Beispiel die bekannten Odolflaschen.
Bei der Herstellung vom Grünglas kann eine erhebliche Menge von andersfarbigen Gläsern eingesetzt werden ohne Qualitätsprobleme hervorzurufen. Bei Braun- und Weißglas ist dies nicht der Fall! Bereits geringe Verunreinigungen, z. B. nur 0,5% grünes oder braunes Glas bedeuten, dass man daraus kein Weißglas mehr gewinnen kann!

Wann dürfen Altglascontainer benutzt werden?

Die Depotcontainer dürfen nur montags bis samstags in der Zeit von 7:00 Uhr – 20:00 Uhr benutzt werden. An Sonn- und Feiertagen besteht ein generelles Benutzungsverbot. Zur Vermeidung von Lärmbelästigungen, auch wenn es lärmgedämmte Container sind, sollten Sie sich an diese Forderung der Abfallentsorgungssatzung halten.

Das sollten Sie auch wissen!

Der Grüne Punkt auf einer Flasche oder einem Glas symbolisiert, dass die Kosten für die Erfassung und Wiederverwertung bereits im Produktpreis enthalten sind. Alle Hersteller müssen an das DSD eine Lizenzgebühr zahlen, damit sie ihre Produkte mit dem Grünen Punkt kennzeichnen dürfen. Die Lizenzgebühr wird über den Produktpreis an den Verbraucher weiter gegeben. Das Duale System finanziert sich nicht aus den Abfallgebühren! Sie haben die Entsorgung Ihres Gurkenglases oder Ihrer Weinflasche bereits an der Kasse des Supermarktes bezahlt!

Noch ein Tipp!

Den Weg zum Wertstoffcontainerstellplatz können Sie sich sparen, wenn Sie möglichst Mehrwegflaschen den Einwegflaschen vorziehen. Und aus ökologischer Sicht ist das wohl die beste Lösung.

Und noch eine Bitte!

Bitte werfen Sie keine Pfandflaschen in die Depotcontainer. Erstens bekommen Sie Geld bei der Abgabe der Flasche. Und zweitens legen sie damit „Sammlern“ das Handwerk. Wir müssen immer wieder registrieren, dass an den Glascontainern die Gummiklappen am Einwurf zerstört werden, nur um an eine eingeworfene Bierflasche heranzukommen. Für wenige Cent Pfandgeld werden viele Euro Schaden angerichtet!

Und ganz zum Schluss: Das Ende eines Märchens

Wohl jeder von uns hat es schon gehört: „Du musst das Glas nicht nach Farben sortieren. Wenn die Container geleert werden, dann kippen die doch sowieso alles zusammen!“
Falsch! Auch wenn es nur ein Fahrzeug ist. Die Flaschen und Gläser werden getrennt nach Farben in die verschiedenen Kammern entleert. Und selbst bei geteilten Depotcontainer, also solchen, wo Sie auf der einen Seite Grünglas und auf der anderen Seite Braunglas einwerfen, erfolgt eine separate Entleerung. Grünglas kommt zu Grünglas und Braunglas zu Braunglas.

Noch Fragen?

Sollten Sie doch noch eine Frage zum Glasrecycling haben, dann können Sie sich gern an die Abfallberatung der Stadtpflege, Eigenbetrieb der Stadt Dessau-Roßlau, Fon: 0340/204 1178 oder 0340/204 1278 wenden.